| Nachhaltigkeitsberichterstattung
Kommentare zum Ranking der
Nachhaltigkeitsberichte 2007 und weiteren Entwicklungen in
der Nachhaltigkeitsberichterstattung (Entwurf 19.11.07)
Von Thomas Loew
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Im Herbst 2007 wurde vom Unternehmensverband
future e.V. und dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung
(IÖW) erneut das deutsche Ranking der Nachhaltigkeitsberichte
durchgeführt. Als federführender Urheber der im
Ranking angewandten Kriterien begrüße ich die Fortführung
des Rankings. Das Ranking leistet einen wichtigen Beitrag
zur Qualität der Nachhaltigkeitsberichterstattung in
Deutschland. Der Wettbewerb spornt die meisten Unternehmen
an, ihre Berichte weiter zu verbessern. Auch wird die ab und
an notwendige Diskussion über Inhalte von Nachhaltigkeitsberichten
gefördert.
1 Umfang der Anforderungen im Ranking
Die GRI-Guidelines stellen umfangreiche
Anforderungen an einen guten Nachhaltigkeitsbericht. Das aktuelle
Ranking von IÖW und future setzt mehr als ein Dutzend
Haupt- und rund 50 Unterkriterien zur Bewertung der Qualität
der Reports ein. Könnten es nicht weniger sein?
Die meisten Kriterien haben sich bewährt
Als wir (Loew, Clausen 2004) die Bewertungsskala für
das Ranking der Nachhaltigkeitsberichte entwickelt haben,
waren wir sehr bemüht, die Anzahl der einzelnen Kriterien
gering zu halten. Andererseits galt es, alle relevanten Nachhaltigkeitsthemen
von Unternehmen angemessen zu berücksichtigen. Dies ist
bis auf wenige Indikatoren auch gelungen: Bereits vor zwei
Jahren, im Ranking 2005, gab es für fast alle Anforderungen
mehrere Beispiele, in denen diese vorbildlich erfüllt
wurden. Diese Anforderungen haben also offensichtlich grundsätzlich
ihre Berechtigung, wenngleich natürlich nicht jede Anforderung
für jede Branche gleichermaßen relevant ist. Dies
war 2005 insofern besonders bemerkenswert, weil viele Anforderungen
erstmals angewandt wurden, die Unternehmen sich bei der Berichterstellung
also noch nicht an der Bewertungsskala orientiert haben konnten.
Auch die Global Reporting Initiative (GRI) hat sich bemüht,
die Zahl der Indikatoren zu reduzieren. Dies wurde formal
auch erreicht. Betrachtet man allein die Anzahl der mit Nummern
versehenen Indikatoren, dann ist diese bei GRI-G3 im Vergleich
zu den GRI-Guidelines von 2002 formal zurückgegangen.
Insgesamt hat jedoch der Umfang der Anforderungen bei GRI
dennoch eher zu- als abgenommen, u. a. indem Anforderungen
zu einzelnen Indikatoren recht umfassend sind. Insgesamt ist
GRI-G3 anspruchsvoller geworden.
Im Jahr 2006 haben wir (Loew, Clausen
2006) übrigens einen Vergleich zwischen GRI G3 und den
Rankinganforderungen vorgenommen. Es zeigten sich natürlich
viele Überschneidungen. Interessanter sind natürlich
die Unterschiede. GRI-G3 z.B. fordert mehr Indikatoren zu
Biodiversität und verlangt auch eine Wertschöpfungsrechung.
Die Anforderungen der Ranking Bewertungsskala sehen vor, dass
Fragen der ökologischen Beschaffung dargestellt werden
und verlangen auch explizit ein Nachhaltigkeitsprogramm mit
Maßnahmen und Zielen. Dies wird leider bei GRI-G3 noch
nicht berücksichtigt.
Umfang der Anforderungen kann nicht
reduziert werden
Sowohl die Indikatoren der GRI, als auch diejenigen des IÖW/future-Rankings
wurden mit Blick auf die Nachhaltigkeitsberichte von großen
multinationalen Unternehmen aller Branchen entwickelt. Will
man alle relevanten Nachhaltigkeitsthemen abdecken, so ist
es nicht möglich, die Zahl der Indikatoren zu reduzieren.
Es gibt zwar Indikatoren im Ranking, zum Beispiel zur Biodiversität
oder zur wirtschaftlichen Mitverantwortung für das Umfeld,
die sich bislang nicht bewährt haben. Hier stellt sich
die Frage, ob diese falsch formuliert wurden, oder ob sie
möglicherweise mit Einschränkungen versehen werden
müssen. Denkbar wäre die Begrenzung auf bestimmte
Branchen oder auch auf Standorte in bestimmten Regionen. Das
gilt übrigens ganz ähnlich auch für GRI.
Wie sollten KMU mit den Anforderungen
umgehen?
Von großen Unternehmen kann erwartet werden, dass sie
ausreichend Kapazität bereitstellen um über alle
relevanten Nachhaltigkeitsaspekte des Unternehmens zu informieren
und entsprechend den Anforderungen von GRI-G3 oder auch des
Rankings gerecht zu werden. Wie aber sollen kleine und mittelgroße
Unternehmen (KMU) mit diesen Anforderungen umgehen?
Für KMU sind die Anforderungen des IÖW/future-Rankings
oder auch von GRI insgesamt gesehen zu hoch. Dies gilt insbesondere
dann, wenn ein solches Unternehmen erstmals einen Nachhaltigkeitsbericht
erstellen möchte. Hier sei auf eine Broschüre von
BMU und UBA verwiesen, in der ausgehend von einer Umwelterklärung
aufgezeigt wird, wie ein Nachhaltigkeitsbericht mit wenig
zusätzlichem Aufwand erstellt werden kann. Die Verfasser
haben den Umfang der empfohlenen Kennzahlen und Informationen
im Vergleich zum Ranking von IÖW und future deutlich
reduziert.
Dennoch ist es auch für ein KMU interessant, den eigenen
Bericht (am besten einen Entwurf) mit der Bewertungsmethode
aus dem Ranking zu analysieren. Denn es gibt durchaus Bereiche,
in denen mittelständische Unternehmen oftmals ebenso
gut abschneiden wie große Konzerne. In jedem Fall ist
es für das Unternehmen interessant zu sehen, wo möglicherweise
noch Verbesserungspotenziale in der Berichterstattung (oder
gar im Unternehmen) bestehen. Dabei muss es für ein KMU
nicht darum gehen, auch die letzte Lücke - gemessen an
den Anforderungen des Rankings - zu schließen.
Aufwand
Und noch ein Kommentar zum Aufwand: Es ist richtig, dass die
Erstellung des ersten Nachhaltigkeitsberichts einen deutlichen
Aufwand bereitet, um alle für das Unternehmen relevanten
Anforderungen zu erfüllen. Sind dann jedoch die entsprechenden
Informationsflüsse und Datenerfassungssysteme aufgebaut,
dann nimmt bei zukünftigen Berichten der Aufwand ab.
Vergleicht man die heutige Situation mit den Anfängen
der Umweltberichterstattung – das erste Ranking der
Umweltberichte fand 1994 statt - dann sind nicht nur die inhaltlichen
Anforderungen gestiegen, sondern auch die Leistungsfähigkeit
der Informations- und Kommunikationstechnologien. Heute werden
am Markt verschiedene Softwarelösungen zur Erfassung
und Aufbereitung von Kennzahlen angeboten. Mit anderen Worten:
Im Großen und Ganzen ist der Umfang der Anforderungen
im Ranking gerechtfertigt.
Länge der Berichte
Immer wieder wird die Frage aufgeworfen, ob die durchaus umfassenden
Anforderungen an Nachhaltigkeitsberichte letztlich dazu führen,
dass die Berichte zu lang werden. Viele Berichtsexperten sind
der Auffassung - und dem schließe ich mich an - ein
guter Nachhaltigkeitsbericht sollte nicht länger als
70 bis 80 Seiten sein.
Es ist immer wieder eine Herausforderung, einen vollständigen
Nachhaltigkeitsbericht zu erstellen, der gleichzeitig diese
Ideallänge nicht überschreitet. Hier gilt es, das
Internet sinnvoll zu nutzen. Nicht alle Informationen müssen
in jedem Nachhaltigkeitsbericht in gleicher Ausführlichkeit
dargestellt werden. Es gibt Stakeholder, wie z.B. eigene Mitarbeiter,
Anteilseigner oder Behördenvertreter, die die Nachhaltigkeitsberichte
eines Unternehmens regelmäßig lesen. Diese Leser
sind zwar an ausführlichen Informationen zu einem bestimmten
Nachhaltigkeitsaspekt interessiert, aber natürlich macht
es nicht Sinn, diese Themen in jedem Bericht ausführlich
zu wiederholen. Hier kann auf den Vorgängerbericht verwiesen
werden - der ohnehin im Internet zum Download zur Verfügung
stehen sollte. Auch kann zu bestimmten Themen von Anfang an
die ausführlichere Information im Internet angeboten
werden. Jedoch sollte ein Nachhaltigkeitsbericht das Internet
nicht so nutzen, dass er nur aus einer Link-Liste besteht.
Denn viele der Leser werten den Bericht nicht aus professionellem
Interesse systematisch am Arbeitsplatz aus, sondern lesen
den Bericht aus Neugierde oder zur Auffrischung ihres Informationsstands
über das Unternehmen. Dann wird der Bericht eher unterwegs,
in Mittagspausen oder auch Zuhause gelesen, mithin ohne Zugang
zum Internet.
2 Qualität der Berichterstattung
Soziale Themen
Bisher galt die Darstellung der sozialen Aspekte der Nachhaltigkeit
in vielen Berichten als deutlich verbesserungsbedürftig.
Hat sich das gebessert?
In einer Untersuchung zum Management von CSR (Loew, Braun
2006) wurde deutlich, dass die Unternehmen in den Themenbereichen
betrieblicher Umweltschutz und Mitarbeiterinteressen am häufigsten
aktiv sind. Es folgen Aktivitäten zum Umweltschutz und
sozialen Fragestellungen im Bereich der Produkte. Das Schlusslicht
bildeten in dieser Befragung Aktivitäten im Bereich Umweltschutz
und Arbeitsbedingungen bei den Lieferanten. Ich gehe sehr
davon aus, dass sich diese Reihenfolge auch in den Ergebnissen
des Rankings 2007 wieder deutlich ablesen lässt.
Das hat verschiedene Ursachen. So betreffen betrieblicher
Umweltschutz und Mitarbeiterverantwortung alle Unternehmen,
während beispielsweise die Berücksichtigung des
Umweltschutzes bei Lieferanten und Herstellern in manchen
Branchen zurzeit noch nicht realisierbar ist, oder tendenziell
kein Problem ist. Dies spiegelt sich auch im Know How zu diesen
Themenblöcken wider: Mit dem betrieblichen Umweltschutz
haben die Unternehmen seit nunmehr gut zehn Jahren Erfahrung.
Das Thema Lieferantenverantwortung ist hingegen in den meisten
Branchen noch recht neu.
Umgang mit offenen Problemen
Der offene Umgang mit Problemen ist nach wie vor ein Problem.
Das war beim Ranking 2005 so und ich sehe nicht, dass sich
Wesentliches geändert hat. Unternehmen tun sich weiterhin
schwer, in den Nachhaltigkeitsberichten Probleme wie z.B.
die Nichterreichung von freiwilligen Selbstverpflichtungen,
die Zunahme von Emissionen, Kürzungen von Stellen oder
das Thema Korruption offen anzusprechen. Im Bereich der Korruption
ist es vielleicht auch besonders schwierig, weil hier unter
Umständen rechtliche Probleme bestehen. Aber es gibt
genügend Themen, bei denen es keine rechtlichen Hinderungsgründe
gibt und die entsprechend in den Berichten berücksichtigt
werden könnten.
In den Unternehmen werden die Nachhaltigkeitsberichte
von Teams erstellt, die die Probleme im Unternehmen kennen
und offen ansprechen können. Vor Veröffentlichung
muss ein Nachhaltigkeitsbericht jedoch verschiedene Fachabteilungen
und insbesondere auch die Kommunikationsabteilung durchlaufen
und wird auch von den Fachleuten für Regierungsbeziehungen
geprüft. Hier stehen dann selbstkritische Darstellungen
stark unter Druck. Dem können sie oft nicht standhalten.
Und natürlich antizipieren die Nachhaltigkeitsverantwortlichen
und die ggf. mit ihnen zusammenarbeitenden Agenturen diesen
Prozess.
Die ist sehr bedauerlich, denn seit Jahren belegen Stakeholderbefragungen,
dass gerade der offene Umgang mit Problemen eine erhebliche
oder gar ausschlaggebende Wirkung für die Glaubwürdigkeit
eines Nachhaltigkeitsberichts hat. Dies gilt insbesondere
dann, wenn der verschwiegene Sachverhalt bereits in der Öffentlichkeit
diskutiert wird.
3 Bedeutung der neuen Anforderungen
an Lageberichte für die Nachhaltigkeitsberichterstattung
Seit 2006 sind große Kapitalgesellschaften verpflichtet,
im Lagebericht des Geschäftsberichts auch über ökologische
und soziale Leistungsindikatoren zu informieren.
Diese neue Berichtspflicht zu so genannten nicht-finanziellen
Indikatoren im Lagebericht ist eine interessante Innovation
des Gesetzgebers. Allerdings beschränkt sich diese Berichtspflicht
nur auf solche Indikatoren, die für die wirtschaftliche
Lage des Unternehmens und den finanziellen Erfolg relevant
sind. Diese Indikatoren sollten natürlich auch in einem
Nachhaltigkeitsbericht enthalten sein, aber ein Nachhaltigkeitsbericht
informiert deutlich darüber hinaus, denn er macht auch
Angaben zu Sachverhalten, die kurzfristig gesehen keine oder
nur eine geringe Relevanz für den finanziellen Erfolg
des Unternehmens haben. Würde die Finanzwelt eine längerfristige
Perspektive einnehmen ergäben sich mehr Überschneidungen.
Es gibt noch einen weiteren Grund, weshalb aus dem Lagebericht
kein verkürzter Nachhaltigkeitsbericht werden kann. Er
unterliegt der Auflage, sich ausschließlich auf die
für den finanziellen Erfolg relevanten Aspekte zu fokussieren.
Wenn ein Unternehmen ausführlicher über Nachhaltigkeitsindikatoren
im Geschäftsbericht informieren will, dann muss es dies
also außerhalb des Lageberichts tun. Tatsächlich
nutzen einige Unternehmen den Geschäftsbericht, um umfassender,
als es der Lagebericht zulässt, über ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten
zu informieren; teilweise auch dann, wenn sie auch einen eigenständigen
Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichen.
Gegenseitige Querverweise
Welche Konsequenzen hat vor diesem Hintergrund die Berichtspflicht
zu ökologischen und sozialen Indikatoren im Lagebericht?
Im Moment sind bei den großen Unternehmen in den Nachhaltigkeitsberichten
keine nennenswerten Veränderungen zu beobachten. Allenfalls
wird etwas häufiger auf den Lagebericht verwiesen, oder
umgekehrt in diesem auf den Nachhaltigkeitsbericht. Es ist
also eine etwas stärkere Verknüpfung der beiden
Berichte zu beobachten. Dies ist jedoch nichts grundsätzlich
Neues. Bereits in den 1990er Jahren wurden gegenseitige Verweise
gefordert.
Mittelfristig ist zu erwarten, dass es zu einer gewissen Standardisierung
der Indikatoren im Lagebericht kommt. Es ist zu hoffen, dass
dabei die Indicator Protocols der GRI möglichst weitgehend
zugrunde gelegt werden. Insofern dürfte die Pflicht zur
Berichterstattung in den Lageberichten gemeinsam mit anderen
Faktoren (z.B. GRI-Guidelines, Software zur Erhebung von Kennzahlen,
Carbon Disclosure Project) zu einer Vereinheitlichung der
Indikatoren in den Nachhaltigkeitsberichten beitragen.
Bedeutendere Auswirkungen bei mittelgroßen
Unternehmen
Das bislang Festgestellte gilt insbesondere für sehr
große Unternehmen, zum Beispiel die Gruppe der 150 größten
Unternehmen, die in das Ranking der Nachhaltigkeitsberichte
einbezogen sind. Aber schon die Unternehmen unmittelbar unterhalb
dieser Größenklasse sind (gemessen an den Umsätzen
und Mitarbeiterzahlen) deutlich kleiner und veröffentlichen
deutlich seltener eigenständige Nachhaltigkeitsberichte.
Hier dürfte die Berichterstattungspflicht über nicht-finanzielle
Indikatoren im Lagebericht mittelfristig eine andere Auswirkung
haben. Sobald hier die Standards und Anforderungen klar sind
und die Wirtschaftsprüfer verstärkt entsprechende
Informationen beispielsweise zum Energieverbrauch in der Produktion
sowie dem der Produkte, zur Qualifikation der Mitarbeiter
samt Maßnahmen zur Begegnung des Demografischen Wandels
fordern, dann führt dies dazu, dass viele dieser Unternehmen
erstmals Nachhaltigkeitsinformationen veröffentlichen.
An dieser Stelle wird also eine Entwicklung angestoßen,
die manches Unternehmen dazu veranlassen wird, umfangreicher
über Nachhaltigkeit im Geschäftsbericht zu informieren.
Weiter ist zu berücksichtigen, dass
auch mittelgroße nicht börsennotierte Unternehmen
von dieser Berichtspflicht betroffen sind. Wenngleich diese
nicht verpflichtet sind, ihre Geschäftsberichte zu veröffentlichen,
so werden auch hier Veränderungen angestoßen. Je
nach dem wie offen der Kreis der Eigentümer diesen Fragestellungen
gegenübersteht, ist es denkbar, dass so zukünftig
in den Gesellschafter- bzw. Hauptversammlungen einzelne Nachhaltigkeitsindikatoren
verstärkt zum Thema werden.
4 Beitrag der Nachhaltigkeitsberichterstattung
zur nachhaltigen Entwicklung
Immer wieder wird die Frage aufgeworfen, ob Nachhaltigkeitsberichterstattung
auch einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leistet. Die
Antwort heißt eindeutig: Ja. Die Nachhaltigkeitsberichte
fördern (selbst wenn sie nicht alles offen genug ansprechen)
Lernprozesse im Unternehmen (intern), zwischen Unternehmen
(„B2B“) und bei den externen Stakeholdern („B2Stakeholder“).
So ist z.B. bekannt, dass manche Unternehmen gute Lösungen
zum Umweltschutz aus den Umwelterklärungen anderer gern
übernommen haben. Es ist sehr wahrscheinlich, dass aktuell
ein vergleichbarer Prozess im Bereich Antikorruption stattfindet.
Wenngleich schon seit längerem größere Unternehmen
sich dieses Themas annehmen, so haben bislang nur wenige Unternehmen
umfassende Compliance-Managementsysteme eingerichtet. Diese
sind bei vielen Großunternehmen jetzt im Aufbau und
die zuständigen Mitarbeiter sowie externe Berater analysieren,
wie andere Unternehmen die Aufgabe gelöst haben.
Natürlich sollte man Nachhaltigkeitsberichterstattung
nicht überbewerten. Betrachtet man die Branchen mit langjähriger
Erfahrung in der Umwelt- und Nachhaltigkeitsberichterstattung
(z.B. Automobil, Chemie), dann sind zwar durchaus Fortschritte
aber oftmals noch keine Trendwenden z.B. im Bereich Energie/Klimaschutz
zu beobachten. Nachhaltigkeitsberichte allein reichen nicht
aus. Es gilt heute auf die großen Nachhaltigkeitsherausforderungen,
die letztlich Megatrends darstellen, mit Produktinnovationen
und der Anpassung der Strategien zu reagieren.
Website Ranking Nachhaltigkeitsberichte
http://www.ranking-Nachhaltigkeitsberichte
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Über den Verfasser
Thomas Loew war von 1995 bis 2004 Wissenschaftler am Institut
für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW)
und hat dort an mehreren IÖW/future-Rankings mitgearbeitet.
Für das Ranking der Nachhaltigkeitsberichte hat er gemeinsam
mit Jens Clausen die Bewertungsskala für das Ranking
der Nachhaltigkeitsberichte entwickelt. Er war Projektleiter
des Rankings 2004/2005.
Im Jahr 2005 hat er das Institute 4 Sustainability
in Berlin gegründet. Das Institut forscht und berät
im Bereich Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen
(CSR) und Nachhaltigkeitsberichterstattung. Aktuelle Forschungsprojekte
befassen sich mit der strategischen Umsetzung von CSR und
der Bedeutung von CSR für Innovationen. Die Beratungsleistungen
erstrecken sich von der kritischen Analyse von Nachhaltigkeitsberichten
über die Berichterstellung bis hin zur Unterstützung
bei Aufgaben des Nachhaltigkeitsmanagements.
Der Artikel basiert sowohl auf diesen
Beratungserfahrungen als auch auf den folgenden, oben zum
Teil zitierten Forschungsergebnissen und Publikationen
Bundesumweltministerium, Umweltbundesamt
(Hrsg.) (2007): EMAS - Von der Umwelterklärung zum Nachhaltigkeitsbericht,
Berlin. (http://www.bmu.de)
Umweltbundesamt (Hrsg.) (2007): Lagebericht zur Lageberichterstattung.
Eine Analyse der Verwendung nicht-finanzieller Indikatoren,
Dessau (Verfasser: Clausen J, Loew T, Kahlenborn W.).
Loew T, Clausen J (2006): G3 - Improved, but still improvable!
Suggestions to the G3-Guidelines derived from a comparison
with the German Ranking of Sustainability Reports, Berlin.
Loew T, Braun S (2006): Organisatorische Umsetzung von CSR:
Vom Umweltmanagement zur Sustainable Corporate Governance?,
Berlin.
Loew T (2006): CSR in der Supply Chain: Herausforderungen
und Ansatzpunkte für Unternehmen. Studie, Berlin.
Clausen J, Loew T (2005): Mehr Glaubwürdigkeit durch
Testate? Internationale Analyse des Nutzens von Testaten in
der Umwelt- und Nachhaltigkeitsberichterstattung, Endbericht
an das Bundesumweltministerium.
Loew T, Clausen J, Westermann U (2005): Nachhaltigkeitsberichterstattung
in Deutschland: Ergebnisse und Trends im Ranking 2005, Berlin,
Münster (Download http://www.ranking-nachhaltigkeitsberichte.de/).
Loew T, Clausen J (2005): Ranking der deutschen Nachhaltigkeitsberichte:
Kriterien und Bewertungsskala zur Beurteilung von Nachhaltigkeitsberichten,
Berlin, Münster (Download http://www.ranking-nachhaltigkeitsberichte.de/).
Loew T, Fichter K (1999): Umweltberichterstattung in Deutschland
und Europa, Schriftenreihe des IÖW 138/99, Berlin (Download
http://www.ranking-Umweltberichte.de/).
Clausen J, Fichter K, Loew T (1998): Die Bewertungsskala für
das Ranking der Umweltberichte, Diskussionspapier des IÖW
DP41/98, Berlin.
Loew T (2002): Internationale Entwicklung der Regulierungen
zur Förderung ökologisch-ethischer Finanzdienstleistungen,
Diskussionspapier des IÖW DP56/02, Berlin.
Schlagworte
Nachhaltigkeitsbericht, CSR-Bericht, CSR Report, CR Report,
Umweltkommunikation, Nachhaltigkeitskommunikation, future
IÖW Ranking Nachhaltigkeitsberichte, Capital Ranking,
Ökoberichte (gruselig), Bewertung, Glaubwürdigkeit,
Testierung, Assurance, Kritik zu GRI G3, stakeholder communication,
Kommunikation mit Anspruchsgruppen, greenwashing, CSR Empfehlungen
Rat für Nachhaltige Entwickung (RNE), Berichterstellung,
Experte,
Beratung Agent Agentur
Weitere
Informationen zu Nachhaltigkeitsberichterstattung / CSR-Berichterstattung:
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