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Corporate Social Responsibility


Die Wurzeln von Corporate Social Responsibility

Das Konzept Corporate Social Responsibility (CSR) stammt ursprünglich aus den USA, wo sich bereits Mitte des 20. Jahrhunderts Geschäftsleute und die Forschung mit der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen auseinander gesetzt haben. Damals stand primär der mögliche Beitrag zu sozialen Herausforderungen der Gesellschaft im Mittelpunkt der Betrachtung. Seit Mitte der 1990er Jahre wurden zunehmend auch ökologische Fragestellungen im Kontext von CSR mit diskutiert.


CSR in Europa

Die Europäischen Union (EU) hat die Idee der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen Anfang 2000 aufgegriffen. Sie sieht in CSR eine Chance, wie Unternehmen unabhängig von gesetzlichen Vorgaben freiwillig Beiträge zur sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit leisten können. Das EU-Grünbuch zu CSR fordert eine gleichrangige Beachtung von Umweltschutz und sozialen Belangen und macht deutlich, dass CSR zur Umsetzung der strategischen Ziele der EU (Lissabon 2000) sowie zu ihrer Nachhaltigkeitsstrategie (Göteborg 2001) beitragen soll.

In 2002 wurde von der EU das Europäische Multistakeholderforum zu CSR initiiert. Darin waren Umwelt- und Sozial-NGO sowie Unternehmensverbände vertreten. Sie sollten sich über CSR verständigen und gemeinsame Empfehlungen zur Förderung und Ausgestaltung von CSR entwickeln. Der Abschlussbericht des Multistakeholderforms wurde im Juli 2004 vorgelegt. 2006 hat die Kommission eine neue Mitteilung zu CSR veröffentlicht die kontrovers aufgenommen wurde.

Der deutsche Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) hat im September 2006 Empfhelungen zu CSR für die Wirtschaft und die Politik veröffentlich.


CSR und Nachhaltige Entwicklung

Das Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung hat sich aus dem Umweltschutzgedanken heraus entwickelt. Auf der UN-Konferenz 1992 in Rio de Janeiro wurde die Nachhaltige Einwicklung politisch als gesamtgesellschaftlich ausgerichtetes Leitbild etabliert. Erst Mitte der 1990er Jahre setzte die Ableitung eines Konzepts für Unternehmen ein. Heute weisen CSR und Nachhaltige Entwicklung große inhaltliche Überschneidungen auf.


Klare Definition von CSR

Immernoch ist eine Begriffsvielfalt rund um CSR, Nachhaltige Unternehmensführung und auch Corporate Citizenship anzutreffen. Diese Vielfalt geht einher mit variierenden Interpretationen der einzelnen Begriffe, die aus den verschiedenen historischen Wurzeln resultieren. Häufig werden die Begriffe fälschlicherweise synonym verwendet. Andere ordnen den Begriffen sehr unterschiedliche Inhalte zu.

Loew et al (2004) haben eine in sich geschlossene Begriffssystematik erstellt, die die offiziellen Definitionen der EU und der Rio-Konferenz integrieren. CSR ist demnach zentraler Bestandteil einer nachhaltigen Unternehmensführung. CSR und Nachhaltige Unternehmensführung tragen zu gesamtgesellschaftlichen Nachhaltigkeit bei.

Corporate Citizenship, in Deutschland von der zuständigen Enquete Kommission mit "bürgerschaftlichem Engagement" übersetzt, umfasst Spenden, Unternehmensstiftungen und Corporate Volunteering und ist als ein Teilaspekt von CSR anzusehen. Dabei ist zu beachten, dass in der US-amerikanischen Debatte Corporate Citizenship zum Teil auch mit CSR und seinen Inhalten gleich gesetzt wird (Loew et al. 2004).


Nachhaltige Finanzanlagen

Der Markt für ökologisch-ethische Finanzanlagen (Socially Responsible Investments - SRI, früher auch "Grünes Geld" genannt) ist trotz Börsenflaute in den vergangenen Jahren mit zweistelligen Zuwachsraten gewachsen. Es zeigt sich, dass viele nachhaltige Investments neben einem guten Gewissen auch gute Renditen bringen. Deshalb findet Nachhaltigkeit zunehmend Eingang in Finanzmarktregulierungen wie beispielsweise die Offenlegungspflicht für britische Pensionsfonds. Die Einschätzung der auf ökologische und soziale Fragestellungen spezialisierten Ratingagenturen wird immer stärker von institutionellen Anlegern berücksichtigt und wirkt damit in steigendem Maße auf die beurteilten Unternehmen zurück (Loew 2002).


Quellen

Die zitieren Quellen finden sich in:

Loew T, Ankele K, Braun S, Clausen J (2004) Bedeutung der internationalen CSR-Diskussion für Nachhaltigkeit und die sich daraus ergebenden Anforderungen an Unternehmen mit Fokus Berichterstattung, Berlin (Download unter Publikationen zu CSR)

Loew T (2004): Internationale Entwicklung der Regulierungen zur Förderung ökologisch-ethischer Finanzdienstleistungen, Diskussionspapier des IÖW DP56/02, Berlin (Download unter Publikationen zu CSR)

 

Weiterführende Informationen

Rat für Nachhaltige Entwicklung zu CSR www.csr-dialog.de

Econsense zu CSR

Europäische Kommission zu CSR
http://europa.eu.int/comm/employment_social/soc-dial/csr/csr_index.htm

EU Multistakeholderforum
http://forum.europa.eu.int/irc/empl/csr_eu_multi_stakeholder_forum/
info/data/en/csr%20ems%20forum.htm

CSR Europe http://www.csreurope.org

Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) zu CSR
http://www.bdi-online.de/reddot/3221.htm

Business in the Community (BITC)
http://www.bitc.org.uk/index.html

Christian Aid, Kritik an CSR
http://www.christian-aid.org.uk/news/media/pressrel/040121p.htm

Schlagworte
CSR, Corporate Responsibility (CR), Social Responsibility (SR), ISO 26000, Nachhaltige Unternehmensführung, Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen, Soziale Verantwortung von Unternehmen, Business Case of CSR .. of CR ..of SR, Corporate Governance, CSR Experte, CSR Beratung, Forschung.

Weitere Informationen zu CSR und Nachhaltiger Unternehmensführung:

Entwicklung | Projekte | Publikationen | Nachhaltigkeitsberichterstattung

 

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